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Öffentliche Ausschreibungen

Titel : DE-Bonn - KI im Spitzensport
Dokument-Nr. ( ID / ND ) : 2019041312580545735 / 869742-2019
Veröffentlicht :
14.04.2019
Anforderung der Unterlagen bis :
06.05.2019
Angebotsabgabe bis :
06.05.2019
Dokumententyp : Ausschreibung
Vertragstyp : Dienstleistungsauftrag
Verfahrensart : Offenes Verfahren
Unterteilung des Auftrags : Gesamtangebot
Zuschlagkriterien : Wirtschaftlichstes Angebot
Produkt-Codes :
73110000 - Forschungsdienste
KI im Spitzensport

Ausschreibung einer Expertise
Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft schreibt im Rahmen der
Forschungsförderung folgende Expertise aus:
Einsatzgebiete von Künstlicher Intelligenz (KI) im Spitzensport
Überblick über Anwendungsmöglichkeiten in anderen Bereichen der Wissenschaft oder
Wirtschaft und mögliche Synergien für den Spitzensport
Kurztitel: KI im Spitzensport
Datum der Veröffentlichung: 03.04.2019
Ablauf der Bewerbungsfrist: 06.05.2019
Vorgesehene Projektlaufzeit: 9 Monate,
geplant im Zeitraum von 08.2019 bis 04.2020
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1 Einleitung
Für ein erfolgreiches Abschneiden des deutschen Spitzensports ist eine wissenschaftliche Unterstützung von elementarer
Bedeutung. Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) verfolgt das Ziel, mit einer effektiven und effizienten
wissenschaftlichen Unterstützung die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Spitzensportlerinnen und Spitzensportler
zu sichern bzw. mittelfristig auszubauen. Zur wissenschaftlichen Unterstützung werden elaborierte Methoden benötigt, die
geeignet sind, die Spezifika des sportwissenschaftlichen Untersuchungsfeldes adäquat zu bearbeiten.
Im Kern steht die Forderung nach fortwährender Optimierung bzw. Maximierung der sportartspezifischen Leistungsfaktoren und
letztlich der Wettkampfleistung selbst. Dies bezieht sich sowohl auf die Athletinnen und Athleten als auch das gesamte Umfeld
sowie die Sportgeräte und -anlagen, die sich in irgendeiner Form auf die Wettkampfergebnisse auswirken können. Ein besonderer
Fokus liegt hierbei darauf, Über- oder Fehlbelastungen, Verletzungen und Erkrankungen zwingend zu vermeiden, da diese die
Leistungsentwicklung und die grundsätzliche Unversehrtheit beeinträchtigen. Durch die Akteure und Akteurinnen sind somit mit
der psychophysischen Leistungsmaximierung und dem Schutz der Gesundheit zwei divergierende Maximalforderungen parallel zu
verfolgen. Um diesen Zielkonflikt bestmöglich aufzulösen, ist der Trainings- und Wettkampfalltag durch eine stetige Suche
nach innovativen und hocheffektiven Methoden zur individuellen und fortlaufenden Diagnostik, Steuerung und Prognose von Daten
und Entwicklungsverläufen auf unterschiedlichsten Ebenen, zur Optimierung von Trainings- und Sportgeräten u.v.m. geprägt.
Dem Einsatz von mobilen, miniaturisierten, sensorbasierten und vernetzten sowie zuverlässigen und in Echtzeit operierenden
Systemen kommt eine besondere Bedeutung zu.
Es finden sich beispielweise
- hochvalide Wearable-Messsysteme für psychophysiologische Beanspruchungsmarker,
- intelligente und lernende Algorithmen zur individuellen Diagnostik und Therapie,
- smartes Sportequipment, wie Unterstützungs- und Feedbacksysteme,
- optimierte Trainings- und Sportgeräte.
Die Bedarfe sind hier lange nicht gedeckt und es bietet sich ein entsprechend vielfältiges Entwicklungs- und
Erprobungspotenzial für und von KI im Setting des Spitzensports.
2 Problembeschreibung
Der Sport produziert eine Vielzahl an Daten, die für die Leistung von Athletinnen und Athleten relevant sind. Diese sind
beispielsweise physiologischer Art wie Herzfrequenz oder VO2max, kinematische Daten wie Geschwindigkeit und Beschleunigung,
Videoaufnahmen eines Spiels, die in Milliarden von Datenpunkten verwandelt werden können, Daten zur Ernährung, den
Wetterbedingungen oder dem Schlaf des Athleten und der Athletinnen. Mit dieser Fülle an Daten können nun Fragen beantwortet
werden, die bislang offen blieben, denn sie liefern eine Vielzahl an Informationen. Es können Muster identifiziert werden,
anhand derer Vorhersagen und Schlussfolgerungen gezogen werden können. Die Möglichkeiten reichen von der Analyse des
gegnerischen Teams zur Analyse von Treffergenauigkeiten, Scouting, Leistungseinbrüchen, zum Einfluss von Spielpositionen und
-zügen oder dem Zeitpunkt der optimalen Einwechslung von Spielerinnen und Spielern, um nur ein paar wenige zu nennen.
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Obgleich die Anwendungsgebiete für KI mannigfaltig sind, treten bei der Umsetzung in die Praxis gravierende Probleme auf:
Ressourcen: Bislang gibt es im Sport viele Parallelentwicklungen. Einzelne Verbände und Vereine kooperieren mit starken
Partnern aus der Industrie. Viele Verbände jedoch haben nicht die Ressourcen, um auf solche Partner zurückgreifen zu können.
Des Weiteren mangelt es mitunter am Wissen, welchen Mehrwert KI mit sich bringen kann und welche Potenziale vorhanden sind. Da
die Ressourcen im Sport begrenzt sind, braucht es eine Übersicht über Potenziale (und inwieweit diese in den Sport
transferiert werden können) sowie Anwendungsbeispiele.
Methodisch: Der Spitzensport stellt eine umfassende Datenmenge bereit. Neben detaillierten Spielprotokollen und gut
protokollierten Trainings- und Wettkampfdaten liefert er eine Vielzahl weiterer Daten. Allerdings stellt die Anzahl an Daten
eine Herausforderung dar, da wenige methodische Leitfäden oder theoretische Modelle vorhanden sind, wie mit diesen Daten
umgegangen werden kann.
Verfügbarkeit von Data Scientists: Wie kann der Sport (abgesehen von einzelnen finanzstarken Sportarten) mit großen
Unternehmen (z.B. Banken, etc.) um Data Scientists konkurrieren? Können bestehende Lösungen aufgezeigt werden, die verstärkt
vom Sport genutzt werden können?
Zielgruppengerechte Kommunikation: Die Entscheidung, welche Handlungen aus dem Ergebnis der Datenanalyse folgt, trifft oft
nicht der Algorithmus, sondern in der Regel die Trainerin/der Trainer. Daher müssen die Ergebnisse für den Nutzer in
verständlicher Form dargestellt werden.
Es zeigt sich, dass viele Potenziale noch offen liegen und viele Lösungen aus der Industrie bisher gar keinen Einzug in den
Sport gehalten haben. Ein Überblick darüber, welche Anwendungen und Lösungen möglicherweise in den Sport transferiert
werden können, existiert bisher nicht.
3 Zielstellung
Ziel der Expertise ist es, einen Überblick über derzeitige nationale und internationale Einsatzgebiete und den Nutzen von KI
und insbesondere Machine Learning im Spitzensport aufzuzeigen. Ein zweiter Fokus soll auf bislang ungenutzte Transfer- und
Synergiemöglichkeiten für den Spitzensport aus dem Bereich KI gelegt werden. Hieraus sollen mindestens drei
Anwendungsbeispiele - sogenannte Use Cases -, die von spitzensportlicher Relevanz sind, abgeleitet werden.
4 Erwartete Leistungen
Als Teilleistungen werden erwartet:
Analyse des Status Quo von KI im Spitzensport
o Überblick über die am nationalen und internationalen Markt befindlichen Lösungen, deren Einsatzmöglichkeiten und
technologische Ansätze. Darstellung und Beschreibung von KI (Was es ist; Was es kann; Wo es eingesetzt wird; Wie es sich von
der klassischen Statistik abgrenzt). Wie wird KI im Spitzensport eingesetzt? Welche Bedingungen und Limitationen haben die
jeweiligen Methoden in ihrer Anwendung?
Transfer aus anderen Anwendungsfeldern
o Mögliche Einsatzmöglichkeiten von Anwendungen aus anderen, fachfremden Gebieten und die Transfermöglichkeiten für den
Spitzensport.
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Entwicklung von mindestens drei Use Cases:
o Es sollen Use Cases für den Spitzensport kreiert werden. Innerhalb dieser drei exemplarischen Anwendungsfälle soll eine
thematische Auseinandersetzung stattfinden und Potenziale aus anderen Industriezweigen für den Spitzensport durchdacht werden,
die bislang noch keinen Einzug in den Sport gefunden haben. Die Use Cases beinhalten:
Beschreibung der Anwendung und Möglichkeiten der Nutzung im Sport
Skizzierung des erwarteten Outcomes (Zielparameter, der für den Sport/Gesundheit relevant ist)
Adressatengerechte Aufbereitung
o Die Ergebnisse der Expertise sollen sich hauptsächlich an Personen richten, die einen sportwissenschaftlichen Hintergrund
besitzen (Sportwissenschaft, Olympiastützpunkte, Wissenschaftskoordination, Verbandsvertretung, etc.). Ein vertieftes,
spezifisches statistisches, mathematisches, technologisches Fachwissen soll zum Lesen und Verstehen der Expertise nicht
vorausgesetzt werden. Entsprechende notwendige Fachtermini müssen zielgruppengerecht vermittelt werden.
Anforderungen an den Antragsteller:
o Eine wissenschaftliche, disziplinübergreifende und problemorientierte Herangehensweise wird vorausgesetzt (z.B. Erfahrungen
im Umgang mit der genannten Thematik).
o Umfangreiche Kenntnisse im Bereich Machine Learning werden vorausgesetzt.
o Kenntnisse der Strukturen und des Aufbaus des deutschen bzw. internationalen Spitzensports werden vorausgesetzt.
5 Vorgaben zur Erstellung der Projektbeschreibung
Die Projektbeschreibung ist in Anlehnung an die Hinweise des BISp in den Informationen zur Antragsstellung (vgl. Punkt 3.2)1,
zu erstellen, wobei der Umfang 20 Seiten (Arial 11, Zeilenabstand 14pt, Rand 2cm), exklusive Literaturverzeichnis und Anlagen,
nicht übersteigen soll. Grundsätzliche Hinweise zur Gestaltung der Projektbeschreibung finden sich auch im Ratgeber
Projektförderung des BISp, S. 23f.
Zudem sind nachfolgend genannte Hinweise zu berücksichtigen:
Detaillierte Darstellung der Qualifikation und der Expertise der Antragstellerin / des Antragsstellers bezüglich der
ausgeschriebenen Thematik.
Erläuterung der Arbeitsmethoden und Vorlage eines konkreten Arbeitsplans.
Vorlage eines Finanzierungskonzeptes.
6 Projektrahmen
1 Forschungsförderung des BISp - Information zur Antragstellung ist verfügbar unter www.bisp.de > Forschung fördern >
Antrags- & Vergabeverfahren > Antragstellung & -verlauf.
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6.1 Laufzeit und Beginn des Forschungsprojekts
Es ist eine Projektlaufzeit von bis zu 12 Monaten vorgesehen. Es wird ein Projektstart zum 01.07.2019 angestrebt.
6.2 Berichtspflichten
In Anlehnung an die allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P)2sowie an definierte
Projektmeilensteine legt das BISp Termine zur Abgabe von Statusberichten und wissenschaftlichen Berichten (Zwischen- und / oder
Abschlussberichte) fest. Weiterhin sind mündliche Präsentationen gegenüber Dritten vorzusehen. Der vollständige
wissenschaftliche Abschlussbericht ist spätestens drei Monate nach Ende der Projektlaufzeit vorzulegen.
6. 3 Förderhöhe
Es ist eine Förderhöhe von ca. 40.000 (Brutto) vorgesehen.
7 Bewerbung und Begutachtung
Das Ausschreibungs- und Vergabeverfahren wird auf Grundlage der Geschäftsordnung des Wissenschaftlichen Beirats des BISp (GO
Wiss Beirat3) durchgeführt.
7.1 Bewerbungsverfahren
Die Ausschreibung sieht ein einstufiges Auswahlverfahren vor. Der Antragssteller reicht beim BISp die vollständigen
Antragsunterlagen ein, welche sowohl eine ausführliche Projektbeschreibung einschließlich eines Arbeits- und Zeitplans sowie
eines Kosten- und Finanzierungsplans, als auch einen formalen Antrag für Zuwendungen auf Ausgabenbasis (via easy-online)4
beinhaltet.
Die Projektbeschreibung muss einen konkreten Bezug zu den Kriterien im Ausschreibungstext aufweisen und alle wesentlichen
Aussagen zur Beurteilung und Bewertung enthalten.
7.2 Begutachtungsverfahren
Die eingegangenen und vollständigen Angebote stehen untereinander im Wettbewerb. Sie werden einer vergleichenden und
unabhängigen Begutachtung durch mindestens zwei ausgewiesene Wissenschaftler unterzogen. Die Beurteilung orientiert sich an
folgenden Kriterien:
Wissenschaftlichkeit der Problemführung.
Wahl und Darstellung des methodischen Vorgehens
Zusammensetzung der Arbeitsgruppe und Aufbau des wissenschaftlichen Netzwerkes
2 Die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P) sind verfügbar unter www.bisp.de >
Dokumentencenter > Formulare > Forschungsförderung.
3 Die GO Wiss Beirat ist verfügbar unter www.bisp.de > Forschung fördern > Antrags- & Vergabeverfahren.
4 Das Antragsformular ist unter dem folgenden Link hinterlegt:
https://foerderportal.bund.de/easyonline/reflink.jsf?reflink=neuesFormular&massnahme=FORSCHUNGSFOERDERUNG&bereich=AUSSCHREIBUNGE
N&typ=AZA
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Gewähr der Durchführbarkeit des geplanten Projektes aufgrund nachgewiesener Forschungs- und Entwicklungsleistungen sowie
institutioneller und personeller Voraussetzungen der Antragsstellerin/ des Antragstellers
Transferstrategie in Richtung Wissenschaft und Sportpraxis, Nachnutzbarkeit der Projektergebnisse
Kosten-Nutzen-Relation, Wirtschaftlichkeit im Hinblick auf das Verhältnis der eingesetzten Mittel zu dem beabsichtigten
Vorgehen und den angestrebten Zielsetzungen.
7.3 Förderentscheidung und Bewilligung
Auf der Basis der Ergebnisse der eingeholten Gutachten und eines Beratungsgespräches, an dem Vertreter des DOSB und des
Wissenschaftlichen Beirates des BISp teilnehmen, trifft das BISp eine Entscheidung über das zu fördernde Angebot.
Vorgesehen ist die Vergabe im Wege der Zuwendung nach dem Grundsatz der Subsidiarität.
Bei universitätsübergreifenden Forschungsverbünden erfolgt die Mittelbewilligung an die antragsstellende Universität. Die
Weitergabe der Mittel an weitere beteiligte Universitäten ist zeitnah nach der Bewilligung über einen Kooperationsvertrag mit
Weiterleitungsvereinbarung zwischen den Universitäten zu regeln.
8 Bewerbungsfrist und Kontakt
Die Frist für die Einreichung von Angeboten endet am 06.05.2019
Maßgeblich ist der postalische Eingang des Angebots im BISp.
Dem Angebot ist eine CD mit den vollständigen Bewerbungsunterlagen beizulegen.
Die Bewerbung ist schriftlich zu richten an:
Bundesinstitut für Sportwissenschaft Fachgebiet Controlling / Qualitätsmanagement Graurheindorfer Str. 198 53117 Bonn
Der Umschlag ist deutlich sichtbar mit der Aufschrift zu versehen:
Bitte nicht öffnen - Angebot KI im Spitzensport.
Ohne diese Aufschrift ist eine vorzeitige Eröffnung und damit Ungültigkeit des Angebots nicht auszuschließen.
Bei Fragen nehmen Sie bitte Kontakt mit der zuständigen BISp-Mitarbeiterin auf:
Katharina Schorr
Fachbereich I Forschung und Entwicklung
Tel: 0228 / 99 / 640 - 9062
katharina.schorr@bisp.de
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Dieser Ausschreibungstext und weitere Informationen zur Antragsstellung sind ebenfalls im Internet verfügbar unter www.bisp.de
> Aktuelles.

Source: 4 https://www.bund.de/IMPORTE/Ausschreibungen/editor/Bundesinstitut-fuer-Sportwissenschaft/2019/04/2876359.html
Data Acquisition via: p8000000

 
 
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